Zebraman

Zebraman - CoverDieser Film überrascht auf jeden Fall – und zwar im Positiven. Teils lustig, teilweise ernst, aber auf jeden Fall unterhaltend. 

Der Grundschullehrer Shinichi ist eigentlich eine traurige Gestalt. Seine Schüler haben keinen Respekt vor ihm, seine Frau liebt ihn nicht mehr, sein Sohn wird wegen ihm in der Schule verprügelt und seine Tochter entwickelt sich zu einer Schlampe. Nur der Gedanke an eine Heldenserie namens „Zebraman“ aus den 1970ern hält Shinichi am Leben sowie sein selbstgebasteltes Superheldenkostüm. Als ein neuer Schüler auf seine Schule kommt, der ebenfalls Fan dieser Serie ist, wird Shinichi in seinem Glauben an Zebraman noch mehr gestärkt und mit der Zeit entwickelt er sogar selbst neue Kräfte, die ihm bis jetzt verborgen waren. Diese werden aber auch nötig sein, denn die Menschheit wird von Aliens bedroht und die Welt braucht einen neuen (wahren) Superhelden…

Bei der Bewertung von Miikes Zebraman muss man vorsichtig und differenziert an die Sache heran gehen. Der Film ist zunächst Japan-Trash vom Feinsten. Mit überdrehten Charakteren, verrückten Kostümen und billigen Effekten. Wobei die billigen Effekte auch dem Zeitdruck bei die Produktion geschuldet sind. Wer The Happiness of the Katakuris schon nicht mochte, sollte Zebraman erst gar nicht in Betracht ziehen.

Der Film bietet darüberhinaus noch eine wirklich stimmige Handlung mit einem sympathischen Hauptdarsteller (Shinichi/ Zebraman wird von Shô Aikawa verkörpert, bekannt aus anderen Miike-Filmen wie Dead or Alive, Gozu oder Ley Lines) und einem schönen Motto, wie „Anything goes“ – „Alles ist möglich“. Im Vordergrund steht aber ganz klar der Humor, der zwar typisch japanisch ist und stark Richtung Slapstick tendiert, dennoch die Grenze zum Lächerlichen nicht überschreitet und wenn doch, dann so dermaßen, dass es wieder lustig wird. Es ist schwer zu beschreiben. Am besten stellt man sich Mars Attacks, Power Rangers und Godzilla in einem Mix vor und nimmt dazu Leslie Nielson als Hauptdarsteller.

Die Musik entspricht letztendlich dem „Niveau“ des Films und unterstreicht diesen. Leider ist die Laufzeit von knapp zwei Stunden etwas zu lang geraten, so dass das Erzähltempo ziemlich langsam erscheint. Das interessante und informative Bonusmaterial (Laufzeit ca. 81 min.) ist hingegen wirklich gut gelungen und sollte angeschaut werden, um einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können und zu sehen, dass die Filmcrew genauso einen Spaß beim Dreh hatte, wie der Zuschauer womöglich beim Anschauen der DVD.

23. Februar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.