Unlucky Monkey

Unlucky Monkey - CoverVor vielen Jahren sollte ich für einen Freund eine selbst aufgezeichnete Videokassette auf DVD überspielen. Während also der Film lief und auf die Festplatte überspielt wurde, blickte ich ab und zu mal in diesen „komischen asiatischen Streifen“ rein und war neugierig geworden. Leider hörte der Film mitten drin auf und so blieb mir das Ende verwehrt. Jahre vergingen (und ich fand asiatische Streifen jetzt nicht mehr nur „komisch“) und ich stolperte über Unlucky Monkey, der mir vertraut schien und der Film war, den ich damals auf DVD überspielen sollte.

Zwei Gangster planen eine Bank auszurauben. Als sie sich dorthin machen kommt ihnen gerade ein anderer Bankräuber samt der Beute aus der Bank entgegen und wird von einem Auto überfahren, so dass das Geld bei einem der Gangster landet. Da dieser sich ebenfalls auf der Straße befindet, wird er auch von einem Auto überfahren und die Tasche mit dem Geld landet bei seinem Partner. Er zögert nicht lange und flieht vor der Polizei. Auf seiner Flucht ersticht er unabsichtlich eine junge Frau, die ihm förmlich ins offene Messer läuft. Das Geld vergräbt er auf einem Feld und seine Maske samt Messer wirft er in eine Tonne, wo sie ein Yakuza zufällig entdeckt und sich einen Spaß mit seinen Kollegen erlauben will und sie erschreckt. Leider erschreckt sich einer seiner Yakuza Kumpels so sehr, dass er mit einer Flasche einem Yakuza-Boss den Kopf einschlägt, dem er gerade etwas Bier einschenken wollte. Nun will man die vermeintliche Leiche schnell loswerden und vergräbt sie. Doch schon bald werden sie verdächtigt mit dem Verschwinden des Yakuza-Bosses etwas zu tun zu haben. In der Zwischenzeit macht sich der Bankräuber große Vorwürfe wegen des Todes der jungen Frau und irrt ziellos durch die Straßen, so dass ein Aufeinandertreffen mit den verfolgten Yakuza unvermeidlich ist…

Zu Anfang sei gesagt, dass Unlucky Monkey nicht ganz an Sabus andere Filme wie Drive oder Postman Blues herankommt. Trotz der gewohnten Zutaten, wie einem (Anti-)Helden, wieder einmal überzeugend verkörpert von Shinichi Tsutsumi und den vielen Zufällen, die die verschiedenen Figuren verbinden und teilweise witzige Situationen hervorrufen, fehlt Unlucky Monkey so was wie ein roter Faden. Man weiß als Zuschauer nicht so recht wo die Handlung jetzt steht und merkt kein Vorwärtskommen der Geschichte. Aber vielleicht war es auch so vom Regisseur beabsichtigt, dass der Zuschauer genauso irritiert ist wie der Hauptdarsteller, der ziellos durch die Straßen irrt und nicht mit dem unglücklichen Mord an der jungen Frau klar kommt.

Die Story besteht eigentlich aus zwei parallelen Handlungen. In der einen geht es um drei Yakuza, die in so was wie einer Lebenskrise stecken und nach dem unbeabsichtigten Mord an einem Yakuza-Boss in Schwierigkeiten geraten. Die andere Handlung ist die des Bankräubers, der auf seiner Flucht ungewollt eine Frau umbringt und anschließend an Selbstvorwürfen leidet. Sabu lässt hier abermals sein Können aufblitzen und führt gegen Ende diese beiden Handlungsstränge zusammen. Nachdem die Protagonisten zufällige und teilweise schräge Situationen gemeistert haben, bekommen sie ein interessantes Ende geliefert.

Dieser japanische Uncut im Pappschuber mit deutschen und englischen Untertiteln zeugt nicht unbedingt von enormer Bildqualität. Da es viele Szenen im Dunkeln und auch beim roten Licht gibt, wirkt das Bild etwas unscharf. Da aber der Film nun mal schon über 15 Jahre alt ist, muss man damit rechnen. Insgesamt ist es ein Sabu-typischer Film, der Fans nicht enttäuschen wird. Allen anderen empfehle ich doch erstmal Drive oder Postman Blues von Sabu, da diese stärker einzuschätzen sind.

23. Februar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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