Unholy Women

Unholy Women - Cover 1Unholy Women ist kein herkömmlicher Film im engeren Sinne, sondern besteht aus drei unabhängigen Episoden, die jeweils ca. eine halbe Stunde dauern. Dabei ist das zentrale Motiv jeder Episode eine „böse Frau“. Somit bietet diese DVD einen kleinen Einblick in die japanische Filmwelt. 

Im ersten Beitrag Das Klappern geht es um eine junge Frau, die sich gerade auf dem Weg nach Hause befindet, als sie ein seltsames Geräusch vernimmt und kurz darauf bewusstlos zusammenbricht. Nach einiger Zeit wacht sie wieder auf und begibt sich in ihre Wohnung. Dort angekommen erwartet sie aber das Grauen in Person einer furchterregenden weiblichen Gestalt…

Das Klappern bietet Horror-Unterhaltung auf die gewohnte japanische Art (eine furchteinflößende Frau mit langen schwarzen Haaren jagt ihr Opfer). Hier kommen Asia-Horror-Fans auf ihre Kosten. Dadurch, dass Das Klappern auf die gewohnten Horror-Elemente zugreift, wird hier selbstverständlich das Rad nicht neu erfunden was Horrorfilme betrifft. Dennoch ist es ein solider Horrorfilm, der ein wenig ins Trashige abrutscht.

Die zweite Episode Stahl erzählt die Geschichte von einem jungen Mann, der in einer Werkstatt arbeitet. Eines Tages bittet ihn sein Chef mit seiner Schwester auszugehen. Der junge Mann willigt ein und holt die Schwester am nächsten Tag ab. Der Anblick seiner Verabredung irritiert ihn aber, denn die Frau trägt ab der Hüfte aufwärts eine Art Kartoffelsack. Trotzdem findet das Rendezvous statt und mit der Zeit muss der junge Mann feststellen, dass die Sache ziemlich gefährlich für ihn enden kann…

Stahl erfüllt sicherlich alle Kriterien um als skurril oder absurd bezeichnet zu werden. Die Geschichte zeichnet sich weniger durch Horror aus als vielmehr durch eine Art Fetischismus. Der junge Mann ist nämlich einerseits verwirrt über das Erscheinungsbild der Frau, fühlt sich aber andererseits durch seine Neugier und sexuelle Begierde zu der Frau im Kartoffelsack hingezogen. Ein ziemlich seltsamer Film, der dadurch an Reiz gewinnt.

Im letzten Beitrag Das Erbe geht es dann wieder etwas ruhiger zu. In Sachen Horror genauso wie in Sachen Skurrilität. Eine Frau namens Saeko zieht mit ihrem Sohn wieder zu ihrer Mutter. Die alte Frau scheint geistig verwirrt zu sein seit ihr Sohn vor sehr langer Zeit spurlos verschwunden ist. Als Saeko in der alten Scheune ihrer Mutter etwas Furchtbares entdeckt, gerät ihr Leben und vor allem das ihres Sohnes außer Kontrolle…

Das Erbe wird in einem ruhigen Tempo vorgetragen. Auf der Horror-Ebene bietet diese Episode wenige Höhepunkte, überzeugt aber durch die Erzählstruktur und die gute Handlung mit einem dramatischen Ansatz. Der junge Darsteller, der den Sohn spielt, trägt sicherlich dazu bei, dass Das Erbe ein gelungener Film ist.

Die DVD befindet sich in einem stilvollen Digipak mit einem Poster, welches ein Bild aus Das Erbe darstellt – sehr cool. Ansonsten gibt es leider kein weiteres Bonus-Material bis auf einige Trailer. Die drei Episoden lassen sich übrigens auch einzeln auswählen.

Unholy Women bietet wirklich eine gelungene Auswahl von der japanischen Filmkunst. Von Horror, Skurrilität bis Wahnsinn ist alles vertreten und so wird auch Abwechslung geboten. Ich muss aber auch zugeben, dass mir die Filme nicht auf Anhieb klar wurden, so dass sich ein mehrmaliges Anschauen lohnt. Für Fans von asiatischen Filmen ist Unholy Women auf jeden Fall empfehlenswert!Unholy Women - Cover 2

23. Februar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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