The Quiet Family

The Quiet Family - CoverKim Jee-Woon präsentiert mit seinem Regiedebüt ein makaberes Filmvergnügen.

Familie Kang kauft ein Hotel in den Bergen und hofft so ihren Unterhalt zu sichern. Doch will anfangs einfach kein Gast kommen. Als dann schließlich der erste Besucher in dem Hotel übernachtet, muss Familie Kang am nächsten Morgen feststellen, dass der Gast Selbstmord begannen hat. Um selbst nicht als Täter verdächtigt zu werden und zudem den Ruf des Hotels nicht zu ruinieren, beschließt der Vater, dass man die Leiche im Wald vergräbt. Mit der Hoffnung, dass nun alles besser wird, nimmt die Familie weitere Gäste auf. Doch schon die nächsten beiden zwingen die Familie Kang wieder ihre Schaufeln aus dem Schuppen zu holen und weitere Löcher zu graben. So segnet mit der Zeit ein Gast nach dem anderen das Zeitliche, gewollt oder ungewollt. Als die Polizei auf das Hotel aufmerksam wird und ein Attentat gründlich schief läuft, liegen die Nerven bei den Familienmitgliedern blank…

DVD-Inhalt:
– Hauptfilm (ca. 98 min. ohne Abspann)
– Produktionsdesign (ca. 6 min.)
– Soundtrack clips (ca. 6 min.)
– Storyboard (ca. 4 min.)
– Musikvideo „Ubanci Stomp“ (ca. 3 min.)
– Musikvideo „Tres delinquentes“ (ca. 2 min.)
– Kurzfilm „Coming out“ (ca. 45 min.)
– Trailer vom Remake von Takashi Miike
– Interviews (ca. 39 min.)
– 2 Trailer

Der Regisseur und Drehbuchautor Kim Jee-Woon (A Tale of Two Sisters, Bittersweet Life) liefert mit The Quiet Family eine schwarzhumorige koreanische Komödie feinster Sorte. The Quiet Family ist vor den beiden anderen Filmen entstanden und sollte vor allem nicht mit A Tale of Two Sisters verglichen werden. Zwar werden beide in das Genre Horror gesteckt, doch was bei A Tale of Two Sisters berechtigt ist, ist bei The Quiet Family unangebracht. Denn dieser Film ist eher eine schwarze Komödie. Mir dieser Einstellung sollte man sich den Film auch anschauen, um nicht enttäuscht zu werden.

Der Film beginnt auch gleich richtig gut mit dem Anfangslied „Tres delinquentes“ von Delinquent Habits und die jüngste Tochter erzählt kurz die Situation der Familie, bis auch schon die ersten Gäste kommen und am nächsten Tag raus getragen werden müssen. Entweder weil sie Selbstmord begannen haben oder weil sie von der Familie umgebracht wurden. Was mit dem ersten Gast anfing wird mit der Zeit schon beinahe zur Routine. Anfangs wollte die Familie nur einen Selbstmörder begraben, um den Ruf des Hotels nicht zu gefährden. Doch mit der Zeit geriet alles irgendwie außer Kontrolle, so dass man am Ende Probleme bekam die ganzen Leichen zu begraben.

Der Film besteht aus vielen witzigen Zufällen, die dann alle irgendwie mehr oder weniger freiwillig zum Mord führen. Die Schauspieler sind alle überzeugend, werden aber durch die teilweise schlechte deutsche Synchronisation unter Wert verkauft. Da wäre z.B. Choi Min-Sik zu nennen, dessen deutsche Stimme an eine Anime-Figur erinnert. Nichtsdestotrotz ist es spannend zu sehen, wie er vor seiner Hauptrolle in Oldboy gespielt hat. Auch Song Kang-Ho (Memories of Murder), der den Sohn spielt, ist eine Bereicherung für den Film. Der Schluss des Films repräsentiert, glaube ich, am besten den ganzen Film: Nachdem die Familie versucht die Leichen zu entsorgen und das Chaos ausbricht erklingt das ruhige Lied „I think I love you“ von Patridge Family. Das Bonus-Material finde ich auf jeden Fall gelungen, wobei ein richtiges Making of und der Audiokommentar fehlen. Dafür gibt es aber den schrägen 45-minütigen Kurzfilm Coming Out.

Insgesamt wird man bei The Quiet Family als Fan des schwarzen Humors und der koreanischen Filme nicht enttäuscht. Da der Film schon einige Jahre alt ist, darf man keine überragende Optik erwarten. Und mit dem Bewusstsein, dass es sich hier um eine Komödie handelt, kann man den Film richtig genießen.

22. Februar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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