The Man Who Wasn’t There

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the-man-who-wasnt-there-coverDas wenig massentaugliche aber dafür umso spannendere Werk der Coen-Brüder ist (mal wieder) eine Hommage an den Film Noir und strotzt nur so vom subtilem Humor sowie einer karikativen Darstellung der Geschehnisse. Für Coen-Fans ein Muss im DVD-Regal.

Der schweigsame Ed Crane führt ein ziemlich trostloses Leben als Friseur in einer Kleinstadt irgendwo an der Westküste. Sein Eheleben ist dabei mindestens so spannend wie sein Job. Zudem hegt Crane den Verdacht, dass seine Frau ihn betrügt. Als ihm eines Tages die Möglichkeit geboten wird, diesem Leben zu entsagen, setzt Crane alles auf eine Karte und scheint seinem Glück endlich nah zu sein. Doch anstatt nun vom Leben zu profitieren, nehmen die Ereignisse ihren Lauf und Crane droht nun endgültig alles zu verlieren…

Die Coen-Brüder widmen sich mal wieder dem Film Noir-Genre und liefern mit The Man Who Wasn´t There ein Glanzstück an subtilem Humor und reichlicher Überspitztheit der Handlung (fast schon bis ins Groteske) ab. Ursprünglich wirklich in einem Friseurstudio geboren, scheint die Idee des Films zunächst etwas wenig inspirierend zu sein. Doch was die Brüder daraus machen ist mehr als sehenswert. Dies kann aber nur funktionieren, wenn sich der Zuschauer darauf einlässt und sich nicht von der melancholisch getriebenen Schauspielkunst eines Billy Bob Thornton sowie der hypnotischen Schwarz-/ Weiß-Bilder einschläfern lässt.

Durchdringt man als Zuschauer den Vorhang an scheinbarer Langeweile und Belanglosigkeit, so offenbart sich ein intelligentes Werk. Es sind zunächst die wesentlichen Elemente des Film Noir, die die Stärke des Films offenbaren. Seien es die Schwarz-/ Weiß-Bilder, das Voice-Over oder das Entgleiten der Kontrolle unseres Antihelden über die Geschehnisse – all das wirkt zur Stimmung bei. Besetzt sind die Rollen bis in die kleinste Nebenrolle mit bekannten und passenden Darstellern. Ob nun Billy Bob Thornton, Frances McDormand, Michael Badalucco, James Gandolfini, Tony Shalhoub oder auch Scarlett Johansson – der Cast weiß hier zu überzeugen. Schlussendlich ist aber das, was Joel und Ethan Coen daraus machen, die wahre Stärke des Films und zwar nämlich das Setting der Geschehnisse und der damit verbundene Humor. Im Endeffekt nimmt das ganze Übel nur seinen Lauf, weil ein Friseur in Trockenreiniger investieren wollte…

The Man Who Wasn´t There ist mehr als ein Leuchten des Bildschirms und einen Blick wert.

DVD-Inhalt:
– Hauptfilm (ca. 112 Min.)
– Audiokommentar (nicht deutsch-untertitelt)
– Making of (ca. 16 Min., nicht deutsch-untertitelt)
– Interview mit Kameramann Roger Deakins (ca. 46 Min., nicht deutsch-untertitelt)
– Deleted Scenes (ca. 4 Min.)
– Filmografien (Text)
– Fotogalerie
– Trailer

9. Dezember 2016 | Verfasst von in Hollywood, Independent & Co | 2 comments

Kommentare (2 Kommentare)

  1. […] Die ganze Rezension findet ihr unter folgendem Link: Filmrezension The Man Who Wasn’t There […]

  2. thomas89 sagt:

    Einer meiner Lieblingsstreifen der Coens 🙂

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