Sunday Seoul

Sunday Seoul - CoverDrei unterschiedliche Episoden zu verschiedenen Genres liefert Sunday Seoul und garantiert so eine erfrischende, amüsante Unterhaltung.

Do-yeon Bong ist Schüler und sowas wie der Außenseiter der Klasse. Von seinen Klassenkameraden wird er gehänselt und verspottet. Zu allem Übel kommt noch dazu, dass er sich in das schönste Mädchen seiner Schule verliebt hat und seine Chancen ziemlich gering scheinen, dass sie seine Liebe erwidert. Doch auch sonst macht Do-yeon eine merkwürdige Entwicklung durch, die vor allem seinen Körper betrifft. Wie er nämlich von seinen Eltern erfährt, sind sie Werwölfe und er verwandelt sich mit Abschluss seines 18. Lebensjahres auch in einen…

Ein Mann hat eine Autopanne und sucht in einem nahegelegenen Haus nach Hilfe. Dort trifft er auf eine junge Frau und ihren kleinen Bruder. Schnell wird deutlich, dass der Mann ein psychopathischer Serienkiller ist. Er ersticht die junge Frau und den Jungen. Doch scheinen die beiden nicht so leicht zu töten zu sein und als die Eltern des Geschwisterpaares nach Hause kommen und einen Gast mitbringen wird schnell aus dem Serienkiller selbst das Opfer…

Ein junger Mann trifft mit seinem Mofa in einer Stadt ein. Im Gepäck hat er den Sarg seines Vaters. In einer Kung-Fu-Schule bittet er den dortigen Meister um Hilfe und Ausbildung, damit er den Tod seines Vaters rächen kann. Der Meister nimmt ihn auf, aber unter der Bedingung, dass er viel härter trainieren muss als all die anderen Schüler. Unterstützt wird der junge Rächer von der Tochter des Meisters. Als die Ausbildung beendet wird, steht der Rache des jungen Mannes nichts mehr im Weg…

Der Regisseur Sung-hun Park, der hier auch als Produzent und Drehbuchautor aktiv ist, schuf mit Sunday Seoul einen wirklich gelungenen und unterhaltsamen Film. Inspiriert wurde er von der in den 70er Jahren erfolgreichen Zeitschrift „Sunday Seoul“, die für ihre überdrehten News bekannt war. So inszenierte Sung-hun Park diesen Independent-Film ohne kommerziellen Ansporn und mit einer Crew, für die der Spaß im Vordergrund stand. Und das sieht man dem Film auch an.

Sunday Seoul besteht aus drei Episoden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben und nur durch zwei Charaktere verknüpft werden, die in jeder Episode einen kurzen Auftritt besitzen und schräge Dinge erleben. Die einzelnen Episoden decken eine ganze Bandbreite von Genres ab. Die erste „Der Werwolf“ ist eine Art Fantasy-Teenie-Komödie, in der ein Außenseiter feststellt, dass er und seine Familie keine Menschen sind. Hier wäre der Schauspieler Tae-gyu Bong hervorzuheben, der in seiner tragisch-komischen Rolle einfach herrlich rüberkommt. Die zweite Episode „Der Besucher“ beginnt als Psychothriller und entwickelt sich dann zum Horrorfilm, in dem ein Serienmörder zum Opfer seiner eigenen Taten wird. Es ist verblüffend zu sehen, wie schnell sich die Stimmung in asiatischen oder speziell hier im koreanischen Film drehen kann. Beginnt die Episode doch sehr witzig, steigert sie sich doch abrupt zum Horror mit all den wunderbaren Elementen, die das Asiatische Kino zu bieten hat. In der letzten Episode „Der Abenteurer“ geht es um einen jungen Mann, der seinen Vater rächen will. Dieser Teil ist an das Martial-Arts-Genre angelehnt. Diese Episode erinnert ein wenig an Volcano High und hat doch recht gelungene Special-Effects zu bieten, sowie eine gelungene Wendung am Schluss.

Durch diese drei recht unterschiedlichen Episoden bietet Sunday Seoul eine gute Abwechslung. Wie unterschiedlich die drei Geschichten auch sein mögen, haben sie doch eine Gemeinsamkeit, nämlich dass der Humor eine ganz entscheidende Rolle spielt. Optisch ist Sunday Seoul ansprechend und auch die leicht punkige und rockige Musik gemischt mit HipHop ist passend zum Film. Der Ton hatte bei mir einen leichten Nachklang, so dass es sich nach einem Echo anhörte. Ob es nun normal war oder nicht, gewöhnungsbedürftig war es allemal. Das gelungene Bonus-Material u.a. mit einem Interview mit dem Regisseur, geschnittenen Szenen oder auch mit dem Making of ist überzeugend, beinhaltet aber zwei kleine Negativpunkte. Zum einen gibt es einen Zusammenschnitt des Films auf 21 min. Länge, der unter „Highlights“ zu finden ist. Zum anderen ein „Musikvideo“, das keines ist, sondern ebenfalls nur ein Zusammenschnitt der Films, der mit dem Track „Memento“ von Tony unterlegt ist. Beides eigentlich unnötig, wobei das Lied wirklich gut klingt.

Ich kann Sunday Seoul auf jeden Fall weiterempfehlen. Für mich sowas wie ein Geheimtipp. Aber wer Volcano High, Attack the Gas Station oder auch Kung Fu Hustle nicht mochte, sollte hier auch nicht zuschlagen.

21. Februar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.