Sieben

Sieben - Cover 1David Fincher stellte mit Sieben nichts anderes als die Referenz des Psychothriller-Genres dar.

In David Finchers (Fight Club) Psychothriller Sieben geht es um einen Serienmörder, der seine Opfer nach den sieben Todsünden (Völlerei, Wollust, Habsucht, Zorn, Neid, Trägheit und Hochmut) aussucht und sie auf unvorstellbar brutale Art tötet. Gejagt wird dieser Mörder, der sich „John Doe“ nennt (eine Bezeichnung für fiktive oder nicht identifizierte Personen), von zwei Detektives. Da ist zum einen Det. Somerset, der nur noch wenige Tage vor seiner Pensionierung steht und schon manches grauenhafte in seinem Leben gesehen hat. Aufgrund dessen ist sein Weltbild ziemlich negativ und nihilistisch geprägt. Verkörpert wird Det. Somerset von Morgan Freeman, der den alternden, melancholischen Polizisten überzeugend rüberbringt. An Det. Somersets Seite wird der junge und aufstrebende Det. Mills gestellt, der von Somerset eingearbeitet werden soll. Anders als Somerset hat Mills die Welt noch nicht aufgegeben und steckt noch voller Tatendrang. Gespielt wird Mills von Brad Pitt, der hier auch schon wie in Fight Club seine Klasse unter Beweiß stellt.

Der erste Mord wird auch direkt am ersten Tag von Mills entdeckt und so sind die beiden Detektives gleich mitten in den Ermittlungen. Die Handlung spielt sich innerhalb von einer Woche ab und fesselt den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute. Durch die extrem bedrückende Atmosphäre, hervorgerufen durch die ziemlich düsteren Schauplätze, beginnt ein nervenaufreibendes Katz- und Mausspiel zwischen John Doe und den Detektives. Zwischendurch spielt sich die Handlung auch in Mills privatem Bereich ab und seine Frau tritt in Erscheinung. Doch anstatt dem Zuschauer eine Verschnaufpause zu gönnen, wird die Atmosphäre noch bedrückender und die Frau spricht das aus, was der Zuschauer eventuell denken mag, nämlich, dass die Stadt, wo die Morde passieren einfach nur grauenhaft ist. Fast täglich werden weitere Leichen gefunden bis nach der fünften sich John Doe freiwillig stellt. Was sich dann in den letzten ca. 15 Minuten abspielt, ist einfach nur unglaublich und verschlägt dem Zuschauer schlichtweg den Atem. So ein überraschendes und konsequent vollzogenes Ende habe ich noch nie gesehen.

Das auf den ersten Blick so zahlreiche Bonus-Material entpuppt sich eher als Enttäuschung, da ein klassisches Making of fehlt und die vier (!) Audiokommentare nicht mal deutsch untertitelt sind. Nichtsdestotrotz hat man hier den besten Film in Sachen Psychothriller.

DVD 1:
– Hauptfilm (ca. 117 min. ohne Abspann)
– 4 Audiokommentare (u.a. vom Regisseur, Darstellern, Professor der Filmstudien und weiteren Filmbeteiligten)

DVD 2:
– Erklärung der Anfangsszene aus verschiedenen Ansichten und mit verschiedenem Ton
– Geschnittene Szenen und ungeschnittene Filmtakes (ca. 17 min.)
– Ausstattung (ca. 9 min.)
– Alternative Schlussszenen (ca. 13 min.)
– Bildergalerie (mit Kommentar)
– Werbematerial
– Die Notizbücher (ca. 8 min.)
– Mastering für das Heimkino (ca. 26 min.)Sieben - Cover 2

21. Februar 2013 | Verfasst von in Hollywood, Independent & Co | 0 comments

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