Shinjuku Killers

Der erste Teil der sog. „Society Trilogy“ verfügt über gute Zutaten für einen soliden Miike-Yakuza-Streifen und dürfte wohl seinen Fans gefallen. Allen anderen ist hier aber eher abzuraten.

Der Mafiastreifen Shinjuku Killers aus dem Jahre 1995 war einer der ersten Filme von dem japanischen Regisseur Takashi Miike. Die Story handelt von dem knallharten Polizisten Tatsuhito, der vor nichts zurückschreckt, um Yakuza, Triaden oder sonstige Mafia-Mitglieder dingfest zu machen. Auf der Jagd nach dem taiwanischen Gangster-Boss Wang, der psychopathische Ansätze zeigt und mit Organhandel Geld macht, findet Tatsuhito heraus, dass sein jüngerer Bruder in die Machenschaften von Wang verstrickt ist. Nun versucht Tatsuhito alles, um Wang zur Strecke zu bringen und seinen jüngeren Bruder zu retten…

Bereits bei diesem Film lässt sich Miikes Handschrift erkennen und einzelne Elemente, die in seinen späteren Filmen wie z.B. Dead or Alive auftauchen, werden deutlich. Shinjuku Killers ist im Prinzip ein vulgärer und gewaltvoller 08/15 japanischer Mafiastreifen. Der erste Teil der sogenannten „Society Trilogy“ (die beiden anderen Filme sind Rainy Dog und Ley Lines) wird wohl nur hartgesottenen Miike-Fans gefallen. Die Handlung, nicht immer gleich nachvollziehbar, aber im Großen und Ganzen plausibel erzählt, bietet die üblichen Zutaten für einen Yakuza-Film, wie z.B. einen kompromisslosen Cop, viele böse Jungs und einen Oberboss, den es zu besiegen gilt. Dabei setzt Miike noch einige ordinäre Sex- und Gewaltszenen ein, wobei hier der Hang des Regisseurs zur Homosexualität, wie bei Tarantino zu Füßen, deutlich wird. Die DVD bietet neben einem höchstens mittelmäßigen Bild ein Interview mit Miike (ca. 7 min.) und einige Trailer. Die DVD selbst kommt im Pappschuber. Für Miike-Interessierte einen Blick wert – für alle anderen wohl eher Zeitverschwendung.

23. Januar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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