Shark Skin Man & Peach Hip Girl

Shark Skin Man And Peach Hip Girls - CoverDieser japanische Streifen aus dem Jahre 1998 ist ein real gewordener Manga und dementsprechend zu genießen.

Der Gangster Samehada ist auf der Flucht. Nach einem Banküberfall machte er sich nämlich aus dem Staub ohne seinem Boss das Geld abzuliefern. Nun ist eine halbe Yakuza-Armee hinter ihm her. Auf seiner Flucht begegnet ihm die schüchterne Toshiko. Sie ist ebenfalls auf der Flucht, aber nicht von der Yakuza, sondern von ihrem perversen Onkel, der ihr an die Wäsche will. Gemeinsam machen sich nun beide daran ihre Verfolger abzuschütteln. Samehada seine ehemaligen Kollegen und Toshiko ihren Onkel, der ihnen zudem noch einen Killer auf den Hals hetzt…

Das Spielfilmdebüt von dem Regisseur und Drehbuchautor für Shark Skin Man & Peach Hip Girl, Katsuhiko Ishii, beruht auf einem Manga von Minetaro Mochizuki und ist dementsprechend schräg und abgedreht. Es beginnt schon bei den Charakteren, wo jeder einzelne einfach nur übertrieben dargestellt wird. Ob die verschiedenen Yakuza, der perverse Onkel oder dessen Killer Yamada (meiner Meinung nach der abgedrehteste Killer der Filmgeschichte). Geprägt von den skurrilen Figuren sind die Dialoge dementsprechend herrlich sinnlos und witzig. Aber auch die Schnitte und die Art, wie der Film gedreht wurde, erinnern sehr stark an einen Manga bzw. Comic. Teilweise sind die Schnitte so hart, dass ein Effekt entsteht, als ob man eine Seite umgeblättert hat. Hinzu kommt noch eine ziemlich coole und rockige Musik, die dem Film das gewisse Extra verpasst. Wer regelmäßig japanische Filme verfolgt, wird bei Shark Skin Man & Peach Hip Girl einige bekannte Gesichter wiedererkennen, wie z.B. den Hauptcharakter Tadanobu Asano (Ichi – The Killer, Last Life in the Universe) oder Susumu Terajima (Blessing Bell, Drive).

Leider kommt die DVD, ganz rem untypisch, in einer normalen Amaray-Hülle und bietet keine Extras (außer Trailern und einer Bildergalerie). Als kleines Extra bekommt man ein Inlay mit Filminfos und einem kurzen Interviewausschnitt mit dem Regisseur. Manche wird die fehlende deutsche Tonspur vielleicht ärgern. Hier sei aber gesagt, dass das ein wahrer Segen ist. Man muss sich diesen Film mit Originalton anschauen, allein schon wegen der Stimme von dem Killer Yamada.

Ich kann Shark Skin Man & Peach Hip Girl nur jedem empfehlen, der auf japanische Filme und Mangas steht. Alle anderen sollten sich diesen Film trotzdem einmal anschauen, aber nicht zu sehr enttäuscht sein, wenn ihr Humor nicht getroffen wurde. Wie gesagt: Es handelt sich hier um eine sehr gründliche Manga-Verfilmung.

21. Februar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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