Portrait of a Gangster

Ein Familiendrama im Rahmen eines Mafia-Thrillers wird uns hier in einer weiteren koreanischen Produktion geliefert, die leider nicht vollends überzeugen kann, aber mit Song Kang-Ho einen Top-Darsteller bietet.

Bevor man sich Portrait of a Gangster anschaut, sollte man die Filmbeschreibung auf der DVD-Hülle vergessen. Denn wie der Film dort angepriesen wird, kann er gar nicht anders als den gutgläubigen Zuschauer zu enttäuschen. Auch der Untertitel des Film „… der Weg des Paten.“ ist auch mehr als irreführend. Hier geht es nicht um einen Oberboss eines Mafiaclans, sondern um ein unterrangiges Mitglied. Dieses Mitglied namens Kang In-gu versucht als Gangster genügend Geld zu verdienen, um sich und seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Es scheint alles optimal zu laufen, doch der Bruder seines Bosses versucht Kang In-gu aus dem Verkehr zu ziehen und durchkreuzt seine Pläne. In In-gus Privatleben sieht es auch nicht viel besser aus. Seine Frau ist mehr als unglücklich über In-gus Tätigkeit als Krimineller und seine Tochter hat jede Bindung zu ihrem Vater verloren. Kang In-gu versucht daraufhin verzweifelt noch zu retten, was zu retten ist und löst so eine Lawine von schwerwiegenden Folgen aus…

Portrait of a Gangster bewegt sich zwischen einem Mafia-Thriller und einem Familiendrama, wobei auch hin und wieder komödiantische Ansätze zu finden sind. Man muss aber festhalten, dass der Teil mit dem Familiendrama gelungener ist als die Geschichte um die Mafia. Insgesamt hat der Film ein ruhiges Tempo mit relativ wenig wirklicher Action und Höhepunkten. Wenn man gehässig sein wollte, könnte man diesen Film auch als langweilig bezeichnen. Doch das tue ich hier nicht. Einer der Lichtblicke ist aber Song Gang-Ho (Sympathy for Mr. Vengeance, Memories of a Murder), der Portrait of a Gangster mit seiner unnachahmlichen Art sehenswerter macht. Als weiteren Schauspieler könnte man noch Oh Dal-Su nennen, der u.a. aus Oldboy bekannt sein dürfte. Diese so genannte Special-Edition bietet neben Trailern nur noch ein 6-minütiges „Behind the scenes“.

Portrait of a Gangster gehört sicherlich nicht zu den „Korea-Knallern“. Wer aber einen ruhigen Film mit zwar wenigen Highlights, dafür aber einen Song Gang-Ho in Topform sehen will, kann hier getrost zuschlagen. Mich hat der Film, wie die DVD-Ausgabe, nicht ganz überzeugen können.

20. Januar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.