No Blood No Tears

Anders als das Cover und die DVD-Beschreibung vermuten lassen handelt es hierbei nicht um eine Art Pulp Fiction, auch ist sehr wenig Snatch beinhaltet und vor allem existiert viel Leerlauf. Leider weniger empfehlenswert.

In der koreanischen Unterwelt tummeln sich viele Geschöpfe. Alle sind nach dem ganz großen Geld aus. Ob Mafia-Bosse, Handlanger, Ex-Boxer, Schönheiten oder übermütige Jugendliche. Alles dreht sich rund um illegale Hundekämpfe, wo sich in absehbarer Zeit ein großer Deal abzuzeichnen scheint. Die Freundin eines Gangsters plant diesen zu verlassen, weil er für sie, außer Schläge, wenig zu bieten hat. Dabei will sie sich ein Stückchen des Kuchens unter den Nagel reißen und verbündet sich mit einer Taxifahrerin, die ihrerseits Geld nötig hat, um den örtlichen Gangster-Boss vom Hals zu halten. Ihr Plan, bei einer Geldtransaktion, sich die Kohle zu schnappen, scheint gut durchdacht. Doch wie so oft, kommt es anders und vor allem anders als man denkt…

No Blood No Tears wird auf der Verpackung mit Snatch und Pulp Fiction verglichen. Es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass das Bemühen dieses Films zu erkennen ist, die Handlung im Stile von diesen beiden Filmen ablaufen zu lassen. Viele Charaktere, die viele Dialoge führen und teilweise geschickt mit gelungenen Schnitten und Slow Motion in Szene gesetzt werden. Dabei sind die Szenen mit ansprechender cooler und lässiger Musik unterlegt. Nichtsdestotrotz bleibt es nur bei Ansätzen. Denn No Blood No Tears kann nicht wirklich mit den Vorbildern aus dem Westen mithalten. Bei der ganzen Gestaltung des Streifens wurde u.a. vergessen, diesen mit Inhalt und Essenz zu füllen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Laufzeit von annähernd zwei Stunden das Zuschauen erschwert. Erst nach Ablauf der ersten 50 Minuten bekommt der Zuschauer nämlich die zentrale Handlung geliefert. Es ist zwar nachzuvollziehen, dass viele Charaktere eingeführt werden müssen und dies zu Beginn seine Zeit braucht, dennoch kommt der Film schwer in Gang. Nicht zuletzt wegen der genannten Figuren, die doch eher blass bleiben.

Man muss sich die Fragen stellen, wieso sich hier so sehr an Snatch orientiert wurde. Das koreanische Kino hat sicherlich genug Potenzial, eigenständige Filme zu schaffen (wie schon mehrmals eindrucksvoll bewiesen). Die DVD kommt im Pappschuber mit ca. 50 min. Spielzeit an Bonus-Material. Wenn man ohne Erwartungen und mit ein bisschen Geduld an No Blood No Tears herangeht, kann der Film sicherlich unterhalten. Dennoch bleibt der Film im Mittelmaß der „Film-Tabelle“ hängen.

18. Januar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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