Memories of Murder

Regisseur Bong Joon-Ho präsentiert dem Zuchauer einen geradlinigen Thriller mit atmosphärischen Bildern und einer spannenden Story mit einem unkonventionellen Ende. Damit setzt wieder ein Film aus Südkorea ein Ausrufezeichen in Sachen Inszenierung. 

Im Jahre 1986 geht in einer Provinz in Korea ein Serienmörder um. Er tötet nach und nach attraktive Frauen. Mit Vorliebe begeht er bei Regen seine Untaten. Die örtlichen Polizisten Park und Jo scheinen mit dem Auffinden des Täters überfordert zu sein. Zumal ihre Methoden alles andere als legal sind. Durch Einschüchterung und körperliche Gewalt erzwingen die beiden Geständnisse, während der wahre Mörder weiter sein Unwesen treibt. Als ein Inspektor aus Seoul in die Provinz kommt, um bei der Aufklärung des Falls behilflich zu sein, macht die Polizei Fortschritte. Die vermeintlichen Verdächtigen werden entlastet und neue Indizien werden gefunden bis die Spur zu einem Mann führt. Als die Polizisten glauben den Serienmörder endlich geschnappt zu haben, werden sie bitter enttäuscht…

DVD1:
– Hauptfilm (ca. 128 min. ohne Abspann)
– Trailer (u.a. Save The Green Planet und Sympathy for Mr. Vengeance)

DVD2:
– „Orte des Verbrechens“ (Vorsprechen, Castings, Interviews [ca. 27 min.])
– „Verhöre“ (11 Interviews über die einzelnen Charaktere, den Regisseur und die Crew [ca. 63 min.]
– „Beweise“ (Ausstattung, Special Effects, Maske und Musik [ca. 42 min.])
– „Deleted Scenes“ (Sieben an der Anzahl)
– Teaser
– Trailer

Regisseur Bong Joon-Ho inszenierte mit seinem zweiten Film Memories of Murder einen soliden Thriller, der auf wahren Ereignissen beruht. Mitte der Achtziger tötete in Korea ein Serienmörder zehn Frauen und konnte bis heute nicht geschnappt werden. Diese Informationen als Grundlage dienten nun Regisseur und Drehbuchautor Bong Joon-Ho um einen atmosphärisch starken Film zu schaffen. Das Geschehen spielt, wie die wahren Ereignisse, in den Achtzigern irgendwo in einer koreanischen Provinz. Deswegen ist für den Regisseur sein Film sowas wie ein „ländlicher Thriller“. Der Film beginnt mit dem Auffinden einer weiblichen Leiche. Schon am Anfang wird das eher tölpelhafte Verhalten der örtlichen Polizei deutlich. Der Tatort wird nicht schnell genug abgesichert und eine Spurensicherung ist auch nicht vorhanden. Hier tritt der ermittelnde Polizist Park das erste mal in Erscheinung. Der wirklich sehr überzeugend in seiner rauen und harten Art dargestellt wird. Um etwas robuster auszusehen, hat der Schauspieler extra zehn Kilo für seine Rolle zugenommen. Ihm zur Seite steht der Polizist Kim, deren Darsteller man aus Bittersweet Life kennen dürfte. Kim ist alles andere als ein guter Polizist und hat den Charakter eines Straßenschlägers. So benimmt er sich auch und dient seinem Partner als „Einschüchterungsfaktor“ um vermeintliche Täter zu einem Geständnis zu zwingen. Nach und nach werden weitere Opfer gefunden, die auf dieselbe Art erdrosselt wurden und die Polizei schließt schnell auf einen Serienmörder. Als noch der kompetente Polizist Seo aus Seoul zu den ermittelnden Landpolizisten Park und Kim stößt, macht die Polizei endlich nennenswerte Fortschritte, aber den Mörder kann sie letztendlich doch nicht aufspüren.

So bleibt am Ende die Frage nach dem Mörder offen. Würde dieser Film nicht auf wahren Ereignissen beruhen, wäre es sicherlich ein Negativpunkt, dass am Ende der Mörder nicht entdeckt wird, so aber wird die melancholische Stimmung des Films mit diesem Ende perfekt abgeschlossen. Den Achtzigern entsprechend wurde viel Wert auf die Location und die Ausstattung gelegt, um authentische Bilder zu liefern. Zudem wurden die Aufnahmen in der Nachbearbeitung etwas blasser gemacht und die Grundfarben vermieden.

Dies alles macht den Film nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch ansprechend. Zusammen mit den guten Schauspielern ist wirklich ein überzeugender Film entstanden. Die Verpackung im Digipak und Pappschuber ist schick und zusätzlich gibt es noch über zwei Stunden Bonusmaterial auf der zweiten DVD. Das einzige, was zu kritisieren wäre ist der fehlende Audiokommentar, den man hier vermisst.

 

18. Januar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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