Joint Security Area

JSA - CoverDer koreanische Regisseur Park Chan-wook haut gleich zu Beginn seiner Karriere ein Meisterwerk raus, in dem es um den Korea-Konflikt geht und der grandios in Szene gesetzt ist.

Wenn man den Namen von dem koreanischen Regisseur und Drehbuchautor Park Chan-wook hört, denkt man sofort an seine Rache-Trilogie bestehend aus Sympathy for Mr. Vengeance, Oldboy und Lady Vengeance. Doch vor diesen gelungenen Filmen schuf Park Chan-wook den Film Joint Security Area aus dem Jahre 2000, der den Konflikt zwischen Nord- und Südkorea vordergründig zum Thema hat („Joint Security Area“ bezeichnet das Gebiet, auf dem Verhandlungen zwischen Nord- und Südkorea stattfinden) und den Zuschauer ab der ersten bis zur letzten Minute auf unglaubliche Weise fesselt.

In diesem Thriller geht es um einen Grenzposten zwischen Nord- und Südkorea. Auf beiden Seiten herrscht höchste Alarmbereitschaft und Wachsamkeit. Täglich patrouillieren Soldaten auf beiden Seiten und obwohl man dem Feind direkt ins Gesicht schauen kann, scheinen die Grenzen doch riesig groß und unüberwindbar. In dieser extrem angespannten Situation fallen eines Nachts Schüsse und es kommt zu Todesfällen. Um eine Eskalation zu vermeiden wird eine neutrale Untersuchung eingeleitet, die von Maj. Sophie E. Jean geführt wird und den Fall aufklären soll.

Mehr sei hier nicht erwähnt, um die Spannung aufrechtzuerhalten und dem Film nichts vorwegzunehmen. Denn die Erzählweise von Joint Security Area zählt zu den Stärken des Films. Mit einem verschachtelten Aufbau und geschickt eingesetzten Rückblenden wird zunächst Verwirrung aufgebaut, dann eine Aufklärung geschaffen und zum Schluss dem Zuschauer noch eine Überraschung serviert. Eine noch so gute Erzählweise kann einem Film aber dennoch nichts bringen, wenn die Schauspieler nicht mindestens genauso gut sind – was hier aber absolut der Fall ist. Dem Zuschauer begegnen bekannte Gesichter, die man aus anderen koreanischen Filmen kennen dürfte und die einem wirklich ihre jeweilige Figur überzeugend und glaubhaft näherbringen, so dass der Zuschauer mit ihnen mitfühlen und sich in ihre Situation versetzen kann. Da wäre zum einen Lee Young-ae zu nennen (Lady Vengeance), Song Kang-ho (Sympathy for Mr. Vengeance, Memories of Murder, The Good, The Bad, The Weird), Lee Byeong-heon (Bittersweet Life, The Good, The Bad, The Weird) oder auch Sin Ha-gyoon (Save the Green Planet!, Sympathy for Mr. Vengeance). Witzigerweise spielt auch der deutsche Schauspieler Herbert Ulrich mit, der den Soap-Fans bekannt sein dürfte.

Park Chan-wook schafft es mit überzeugenden Einstellungen und einigen technischen Feinheiten die Schauspieler, im wahrsten Sinne des Wortes, ins rechte Licht zu rücken. Dabei entsteht ein intensives Filmvergnügen über 100 min. Filmspiellänge, welches man (leider) zu selten bei Filmen genießen darf. An dieser Stelle sei der Film Brotherhood zu erwähnen, der auch den Korea-Konflikt zum Thema hat und einem mindestens genauso nahe geht wie JSA.

Das Bonus-Material ist, wie zu erwarten war, eher spärlich ausgefallen und bietet neben einem 7-minütigen Interview mit dem Regisseur noch Musikclips und Trailer. Zum dem viel kritisierten Bild, was mich bis vor kurzem vom Kauf dieses grandiosen Films abhielt, sei gesagt, dass es weit weniger schlimm ist als erwartet. Es wirkt zwar nicht perfekt und das Format scheint auch nicht ganz zu stimmen, aber der Film ist immerhin zehn Jahre alt und mich hat es nicht weiter gestört – dazu war der Inhalt des Films einfach viel zu gut!

14. Februar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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