I Come with the Rain

I Come With The Rain - CoverDer vietnamesische Regisseur Tran Anh Hung präsentiert hier einen Film fernab vom Standard, der für den geduldigen und offenen Zuschauer durchaus einen Blick wert sein kann. Denn I Come With The Rain ist aufgrund des unkonventionellen Aufbaus und der Thematik ein erfrischend anderes Filmerlebnis.

In Tran Anh Hungs Werk I Come With The Rain, wo es um Vergangenheitsbewältigung, Liebe, Hass, Gewalt und Aufopferung geht, spielt Josh Hartnett den gescheiterten Cop Kline, der sein Geld nun mit Detektivarbeit verdient und für einen reichen Pharmakonzern-Chef dessen Sohn ausfindig machen soll. Sein Auftrag führt ihn nach Asien, wo zunächst alles auf den Tod des gesuchten Sohnes hinweist. Doch eine neue Spur leitet Kline nach Hongkong. Dort angekommen muss er sich seinen Ängsten und seiner Vergangenheit stellen…

Bereits der Titel des Streifens, der nicht so recht in ein Genre zu stecken ist (Thriller, Krimi, Action, Drama, Film Noir, Mystery – wahrscheinlich etwas von allem), ist sehr poetisch und imposant. Doch da wir nicht im Fussball sind, zählt der Titel jetzt nicht so viel. Die Erzählweise der Story kann für einen ungeduldigen Zuschauer recht schnell zur Qual werden. Teilweise sehr langsam und ohne Dialog werden die Bilder auf den Zuschauer losgelassen. Manchmal gibt es Zeitsprünge, die nicht sofort als solche zu erkennen sind. Zudem ist der Plot schwer zu durchschauen und der gesamte Film bewegt sich fernab vom Mainstream. Und das ist auch der Vorteil von I Come With The Rain. Als Zuschauer kann man nicht voraussehen, zu was das Ganze führt und es macht Spaß!

Die Geschichte um einen gebrochenen Mann auf der Suche nach Erlösung ist perfekt mit Josh Hartnett besetzt. Zudem sind Elias Koteas und der unglaubliche Lee Byung-Hun in weiteren Rollen zu sehen. Wenngleich manche Dialoge etwas steif rüberkommen, so läuft das Geschehen (hier und da auch an ein Theaterstück erinnernd) doch reibungslos und flüssig ab. Die Musik (größtenteils von Radiohead) trägt ihren Teil dazu bei, dass der Film von einer Schwere, Düsterheit und Melancholie geprägt wird. Auch die Bilder sind teilweise recht schön. Vor allem die Skyline Hongkongs bei Nacht ist faszinierend. Die Ausstattung der DVD ist dagegen mangelhaft. Neben Trailern existiert nur noch ein dürftiges, 11-minütiges Making of (ohne deutsche Untertitel) auf der DVD.

Man kann I Come With The Rain durchaus weiterempfehlen, sofern einem bewusst ist, dass es sich hierbei um einen ungewöhnlichen Film handelt, der zwischen Poesie, Abstraktheit sowie subtiler Gewalt pendelt.

12. Februar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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