Hara-Kiri

Hara-Kiri - CoverMit Hara-Kiri bietet uns Miike einen ganz besonderen Film über alte Traditionen und Wertvorstellungen, der ganz ohne Skurrilitäten und Gewaltexzesse auskommt und vielmehr ein schwergängiges Drama darstellt, welches die klassischen Ehrgefühle hinterfragt.

Motome, ein verarmter Ronin, benötigt für seine schwerkranke Frau unbedingt Medizin. Da sie aber kein Geld haben, versucht er bei einem Herren etwas Geld zu erbetteln. Er bittet um die Möglichkeit auf dem Hof einen ritualisierten Selbstmord (Seppuku) zu begehen, hofft aber, dass ihm etwas Geld in die Hand gedrückt wird und er wieder gehen kann. Der Herr hat aber von solchen Betteltricks gehört und besteht auf die Wunscherfüllung Motomes, um weitere Ronins abzuschrecken. Auch als Motome sich dem Selbstmord entziehen will und festgestellt wird, dass er kein richtiges Schwert mehr besitzt, muss er das Selbstmordritual mit seinem Holzschwert durchführen. Einige Tage später taucht ein weiterer herrenloser Samurai auf dem Hof auf und erbittet die Möglichkeit Selbstmord zu begehen…

„Jeder Mann hat seine Ehre. Ohne Ehre ist ein Mann ein niemand.“ So heißt es in dem Drama von Takashi Miike und stellt gleichzeitig das entscheidende Element des Films dar. Es geht um Ehre und alte Traditionen der Samurai, die Miike hier kritisiert. Vor allem die Eitelkeit und das Festhalten an veralteten Werten und das Ehre mehr wert ist als ein Menschenleben.

Dabei wird eine ruhige Geschichte nach und nach aufgebaut, wobei es auch zu Rückblenden kommt, die dramaturgisch perfekt eingesetzt werden. So entwickelt sich der dialoglastige Film immer mehr und gewinnt von Minute zu Minute an Intensität. Hara-Kiri ist ein starker und ergreifender Film, der für Freunde der japanischen Geschichte und Fans von Miike zu empfehlen ist.

DVD-Inhalt:
– Hauptfilm (123 min.)
– Trailer

23. Dezember 2014 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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