Frozen Land

Dieser etwas unbekannte Film aus Finnland stellt unterschiedliche Schicksale dar, die sich kreuzen und somit weitreichende Auswirkungen auf die Protagonisten haben. Für Menschen mit Depressionen wird dieses Drama eher weniger geeignet sein.

Ein Lehrer wird entlassen und versucht seinen Kummer in Alkohol zu ertränken. Für seinen Sohn hat er nichts mehr übrig, worauf dieser abhaut. Bei einem Kumpel und seiner Freundin findet er zunächst eine Unterkunft. Doch lange kann er nicht bei dem Pärchen bleiben, denn beide erwarten ein Kind und wollen heiraten. Ferner planen sie einen Einbruch in ein Unternehmen, wo sie wichtige Daten erbeuten wollen. Währenddessen gerät ein Pechvogel an einen gefälschten 500 € Schein und wird von der Polizei verhaftet. Nach seiner Entlassung trifft er einen glücklosen Staubsaugervertreter mit dem er um die Häuser zieht. Eine Polizistin beschert ihrem Mann und ihren Kindern viel Leid, als sie einen Flüchtling fangen will und sich dabei ins Unglück stürzt…

Dieser kurze Überblick der Handlung von Frozen Land deutet bereits an, dass hier ein klassischer Episodenfilm dem Zuschauer geboten wird. Mit vielen Charakteren und Handlungssträngen, die sich ständig kreuzen und am Ende schließlich alle zu einem Punkt führen, nämlich der unvermeidlichen Katastrophe. Dieser Beitrag aus Finnland, der auf einem Lied und der Erzählung Der gefälschte Coupon von Leo Tolstoi beruht, braucht sich von der amerikanischen Konkurrenz wie L.A. Crash inhaltlich nicht zu verstecken. In Sachen Trostlosigkeit überbietet Frozen Land sogar ähnliche Filme aus diesem Genre. Der ganze Film ist von Negativität und einer Deprimiertheit geprägt, dass das Anschauen fast schon wehtut. Obwohl am Ende eine positive Botschaft vermittelt wird, kommt nach dem Anschauen des Films sicherlich keine Hochstimmung auf. Sollte es gewiss auch nicht. An zwei Stellen flammt so etwas wie Humor auf, welchen man im ersten Moment evtl. gar nicht wahrnimmt bzw. wahrnehmen kann. Die Kunst an solchen Episodenfilmen ist nicht nur die einzelnen Schicksalsschläge glaubhaft zu vermitteln, sondern diese auch überzeugend zu verknüpfen. Dies gelingt Frozen Land wirklich gut, wobei die Geschichte mit der Polizistin und dem Drucken des 500 € Scheins weniger gut gelungen sind. Für mich wirken beide Handlungen zu sehr konstruiert. Zur der Spielzeit des Films von gut zwei Stunden bekommt der Zuschauer noch ein Bonusmaterial von ca. 60 min.

Ich kann Frozen Land jedem empfehlen, der auf Episodenfilme steht. Doch wird hier wirklich eine trübe Geschichte geboten, die ohne Hochglanz-Optik und bekannten Schauspielern gegen die Konkurrenz aus Hollywood als Gesamtpaket etwas abfällt. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Anschauen.

15. Januar 2013 | Verfasst von in Hollywood, Independent & Co | 0 comments

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