Fight Club

David Finchers Perle mit überragendem Brad Pitt und Edward Norton über Selbstzerstörung und Anarchie, oder besser gesagt: „Was ist besser: Hölle oder nichts?“

Jack, der an Schlafstörungen leidet, ist Angestellter in einer Autofirma. Sein Leben ist bis ins kleinste Detail geordnet und geplant, wie es sich für ein gutes Mitglied der Gesellschaft gehört. Doch kommt ihm das alles öde und trostlos vor. Er findet auch keine Befriedigung in seinem Job. Das einzige, was ihn aus seiner Lethargie kurzzeitig befreit, ist die Einrichtung seiner Wohnung. Die er nach und nach aus dem Versandkatalog zusammengestellt hat. Eines Tages begegnet ihm der Seifenhersteller Tyler Durden. Dieser ist sozusagen das Gegenteil von Jack. Denn für Tyler ist das „gut-bürgerliche-Leben“ nichts. Nach einem Barbesuch fangen die beiden aus einer Laune heraus sich an zu prügeln. Der „Fight-Club“ ist geboren. Nach und nach bekommt der „Fight-Club“ immer mehr Anhänger bis die Sache für Jack außer Kontrolle zu geraten beginnt…

DVD1:
– Film
– Kommentare

DVD2:
– Cast & Crew (Texte zu den Mitwirkenden des Films – nur auf Englisch)
– Hinter den Kulissen (verschiedene Blickwinkel und Audiokommentare, sowie Storyboards zu ausgewählten Szenen)
– Werbematerial (u.a. Trailer und Musikvideo)
– Kunstgalerie
– nicht verwendete Szenen

Mir ist übrigens bewusst, dass ich hiermit die ersten beiden Regeln des „Fight Clubs“ breche, nämlich nicht über den Fight Club zu reden…

Dieser Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Chuck Palahniuk. Zu Beginn der ersten DVD erscheint für wenige Sekunden ein Text von Tyler, den man nicht beim ersten mal schafft durchzulesen, sondern die DVD mehrmals neu starten muss. Eine nette Idee, die der DVD Authentizität verleiht. Der Film, der ja schon einige Jahre alt ist, überzeugt durch seine gelungenen Effekte, wie z.B. die Fahrt durchs Gehirn gleich zu Beginn oder den imaginären Flugzeugabsturz. Die mitten im Film eingebaute Ikea-Werbung oder die Vorstellung Tylers machen den Film so interessant und und verleihen ihm einen besonderen Touch. Die monotone Erzählerstimme von Jack während des ganzen Films erzeugt eine sehr atmosphärische Stimmung. Manch einer wird sich vielleicht in dem Charakter von Jack widerspiegeln können. Wie oft war man angekotzt von der Werbung, die einem sagt, was man kaufen soll oder von dem Vorgesetzten, der alles besser zu wissen glaubt?! Wie oft werden Menschen nur nach dem beurteilt, was sie anziehen oder besitzen?! Wäre es nicht viel einfacher, wenn jeder nichts hat? Das ist jedenfalls die Überzeugung von Tyler, den Jack so bewundert. Schien Tylers Einstellung anfangs noch anziehend auf Jack zu wirken, so jagte sie ihm im Laufe der Zeit immer mehr Furcht ein, nachdem ihm bewusst wurde, dass der „Fight Club“ nicht nur bloß Aggressionsbewältigung nach Feierabend (sozusagen Workout für „echte“ Männer) war, sondern terroristische Ausmaße bekam.

Der Film ist einfach genial gemacht. Brad Pitt in einer Rolle, die wohl eher die männlichen Zuschauer begeistert, ist wirklich sehenswert. Zusammen mit Edward Norton, seinem Gegenpart, bilden sie ein im wahrsten Sinne des Wortes schlagfertiges Duo. Die Endszene, wo sich Jack in den Kopf schießt und im Hintergrund ertönt das Lied Where is my mind von Pixies, zeugt von einer Portion Humor. Das Bonus-Material ist bisschen unübersichtlich angeordnet und man muss sich durchwurschteln, aber sonst gibt es nichts zu meckern.

14. Januar 2013 | Verfasst von in Hollywood, Independent & Co | 0 comments

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