Doomsday Book

Doomsday Book - CoverDrei Episoden zum Thema Apokalypse werden hier auf eine besonders koreanische Art und Weise geboten, die augenzwinkernd auf den einen oder anderen Missstand in der Welt hinweisen wollen. Dies gelingt ganz gut ohne dabei jetzt die ganz großen Momente zu schaffen.

Die Präsentation dreier Kurzfilme von verschiedenen Regisseuren zu einem gleichen Thema ist nicht erst seit Three… Extremes bekannt. Gerade im asiatischen Raum ist diese Art der Produktion geläufig. So auch in diesem koreanischen Beitrag Doomsday Book mit dem vordergründigen Thema des Weltuntergangs und des Tag des Jüngsten Gerichts. Die drei Beiträge sind unterschiedlich und besonders koreanisch, so dass hier doch eher Asia-Fans unterhalten werden und der Rest lieber einen großen Bogen um diese drei Kurzfilme macht – da gibt es sicherlich geeignetere Werke, um sich dem asiatischen bzw. koreanischen Film zu nähern.

Obwohl von den ursprünglichen drei Regisseuren einer das Projekt verlassen hat, brachten die anderen beiden Regisseure das Projekt dennoch zu Ende. Kim Jee-Woon dürfte nicht erst seit seinem Hollywood-Debüt The Last Stand mit Arnold Schwarzenegger bekannt sein (A Tale of Two Sisters, Bittersweet Life, I Saw the Devil) und für seinen inhaltlichen wie visuellen Stil die Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Auch sein Partner Lim Pil-seong hat bereits mit Antarctic Journal sowie Hansel & Gretel seine Fähigkeiten unter Beweis stellen dürfen.

Die beiden präsentieren dem Zuschauer drei verschiedene Varianten des Weltuntergangs, wobei die Machart sehr koreanisch ist, d.h. dass der Humor hier eine wichtige Stellung einnimmt und die Darsteller doch leicht zum Overacting neigen. Auch die Familienzustände stehen im Vordergrund. So werden dem Zuschauer drei Episoden geliefert, die das Thema Weltuntergang teils ernst, teils komisch, teils skurril und teilweise auch kindlich-naiv behandeln.

Der erste Beitrag Schöne neue Welt kann als klassischer Zombie-Streifen betrachtet werden. Eine neue Art des Rinderwahnsinns schwabbt auf die Bevölkerung über und verwandelt Menschen in aggressive, instinktgetriebene Wesen. Im zweiten Beitrag Die himmlische Kreatur geht es weniger blutig zu. Hier erlangt ein Roboter in einem Kloster die Offenbarung und durchdringt die Lehren des Buddhismus, was seinem Schöpfer wiederum – einem weltweit operierenden Konzern – missfällt und die Beseitigung der Maschine angeordnet wird. Im letzten Beitrag Happy Birthday wird die Erde von einem Riesenkometen bedroht, der unaufhaltsam auf sie zusteuert. Der Auslöser für diese Bedrohung scheint ganz irdische Gründe zu haben.

Doomsday Book sprüht von gesellschaftlicher Kritik und satirischer Darstellung. In jeder Episode liegt der Ursprung der jeweiligen Ereignisse in dem Fehlverhalten des Menschen. Man kann zwar als Zuschauer erahnen, wohin die jeweiligen Handlungsstränge gehen, wird aber dennoch an manchen Ecken überrascht. Diese DVD ist sicherlich nicht das Highlight des Jahres, aber für den interessierten Fan dennoch eine nette Abwechslung – nicht mehr und nicht weniger.

DVD-Inhalt:
– Hauptfilm (ca. 110 min.)
– Making of (ca. 3 min.)
– Film Clips (ca. 13 min.)
– Teaser
– Trailer

21. Oktober 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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