Dead or Alive

Bei der Vielzahl der Filme, die Miike dreht, kommen einige gute Filme dabei heraus und einige weniger gute. Dead or Alive gehört da eher in die zweite Kategorie. 

Das Duell zweier Männer, die anfangs noch nichts voneinander wissen, steht hier im Mittelpunkt von Takashi Miikes viel gelobten und viel diskutierten Yakuza-Thriller Dead or Alive. Der Gangster Ryuichi mischt mit seiner Gang die Stadt auf und sorgt so für Missstimmung bei den alteingesessenen Yakuza-Bossen. Der Polizist Jojima soll die Unruhen unter Kontrolle bekommen. Es entwickelt sich ein Katz-und Maus-Spiel zwischen den beiden, was in einem furiosen Finale enden muss…

In Dead or Alive werden zwei parallele Geschichten erzählt. Zum einen ist da der ehrgeizige Gangster Ryuichi, der kompromiss- und gnadenlos zu Werke geht und zum anderen ist da sein Gegenspieler in Person des Polizisten Jojima, der ihm das Handwerk legen soll. Scheinen die zwei Protagonisten recht unterschiedlich zu sein, verbinden sie doch ihre jeweiligen Schicksalsschläge. Auf Seiten von Ryuichi ist es dessen Bruder, der nach dem Studium aus Amerika zurückkommt und nun merkt, welchen Tätigkeiten sein älterer Bruder nachgeht und auf Seiten von Jojima ist es das kaputte Eheleben und die Krankheit der Tochter. So entsteht eine pessimistische und düstere Stimmung im Film, die noch durch die Locations und die jeweiligen Aufnahmen verstärkt wird. Ohne Übertreibung könnte man den Film als nihilistisch beschreiben, was auch das Ende unterstreicht.

Dead or Alive hätte ein „normales“, düsteres Yakuza-Drama werden können (ähnlich wie Agitator), wären da nicht einige Szenen, die Miikes Handschrift erkennen lassen würden. Doch den Film hochjubeln, nur weil der Streifen Szenen enthält, wo Tiersex vorkommt, eine Frau in ihren eigenen Fäkalien ertränkt wird oder dem Zuschauer ein Ende präsentiert wird, welches einfach an Absurdität kaum zu überbieten ist, finde ich zu übertrieben und man sollte den Film nicht auf diese wenigen Szenen beschränken. Denn die meiste Zeit schreitet die Handlung langsam und ruhig voran. Das geschilderte Privatleben wird näher beleuchtet und die Charaktere dem Zuschauer näher gebracht. Zwischendurch gibt es auch selbstverständlich Actionszenen.

12. Januar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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