City of Lost Souls

Miike liefert (wieder einmal) einen interessanten Streifen von Liebe, Zähneputzen und Hahnenkämpfen. Im Endeffekt aber leider zu blass und durchschnittlich für einen Miike-Film.

Der Brasilianer Mario rettet seine chinesische Freundin Kei vor der Polizei, die sie aus Japan abschieben will. Zusammen wollen sie das Land schnellstmöglich verlassen, da die chinesische Mafia (Triaden) hinter Kei her ist. Doch fehlt ihnen das nötige Kleingeld und sie beschließen es zu stehlen. Bei einem Drogendeal zwischen der japanischen Mafia (Yakuza) und den Triaden taucht das Liebespaar plötzlich auf, schnappt sich einen Koffer und flüchtet. In der Hoffnung nun das fehlende Geld für ihre Reise zu haben, stellen sie aber fest, dass sich in dem Koffer statt dem Geld eine Menge Kokain befindet. Sie verhökern den Stoff und wollen nun endgültig Japan verlassen, doch erfahren sie kurz vor ihrer Abreise, dass ein kleines Mädchen, das Mario sehr nahe steht, von den Triaden entführt wurde. Also müssen Mario und Kei zurückkehren und sie retten. Als dann noch Kei entführt wird muss Mario alles daran setzen sie zu befreien, während sich die Yakuza und die Triaden gegenseitig bekriegen…

In Takashi Miikes City of Lost Souls geht es um ein Liebespärchen, das sich á la True Romance den Weg in die gemeinsame Zukunft schießen muss. Dabei müssen sie sich der japanischen Polizei, der japanischen und der chinesischen Mafia, einem brasilianischen Fernsehreporter, sowie einem Russen stellen. Das dabei ein gewisser Grad an Gewalt und Blut entsteht ist zu erahnen. Doch hält sich alles im Rahmen und wirkt nie zu brutal oder übertrieben. Selbst eine Kopfschussszene wirkt da weniger gewaltvoll als vielmehr künstlerisch. Nach der rasanten und gelungenen Anfangssequenz dauert es aber einige Zeit bis der Film wieder an Fahrt gewinnt. Man kann allgemein sagen, dass der Film an einigen Stellen auch gekürzt werden könnte. Die ca. 98 min. (ohne Abspann) Spieldauer des Films waren hier und da etwas zu lang. Ansonsten wird dem Zuschauer eine gute Abwechslung geboten.

Einer der Vorteile von City of Lost Souls ist sicherlich die Unberechenbarkeit des Films. Zu erwähnen wären da der Hahnenkampf als Matrix-Parodie, die Zahnpflege mancher Protagonisten oder das Duell zweier Mafia-Mitglieder im Tischtennis. Auch bietet der Film zwei Szenen, die schon fast poetisch-schön wirken, nämlich die mit dem Schmetterling und der Spinne. Andere Szenen sind dann aber ein wenig abgedreht und erwecken den Eindruck, dass sich der Film selbst nicht ernst nimmt und dass sich Miike ein bisschen austoben wollte. Auch wird die Beziehung zwischen Japan und China in einigen Szenen näher beleuchtet. Optisch macht City of Lost Souls nicht viel her, was man aber auch erwarten durfte. Stattdessen wird dem Zuschauer ein Mix aus Action, Komödie, Yakuza-Streifen und Liebesfilm geboten. Die DVD befindet sich in einem ganz normalen Amaray Case, welches sich zusätzlich in einer Papphülle befindet. An Bonus-Material gibt es neben Trailern ein kurzes Making of von ca. 5 min. und ein Interview mit Takashi Miike (ca. 10 min.).

11. Januar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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