Blade Runner

Ridley Scotts düstere Zukunftsvision der Romanvorlage von Philip K. Dick ist vielmehr als bloße Science Fiction. Es ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Mensch, die durch den gebotenen Interpretationsspielraum viele Anhänger über die Jahre fand.

Rick Deckard arbeitet bei der Polizei als so genannter Blade Runner, dessen Aufgabe es ist menschenähnliche Maschinen (Replikanten) zu jagen und zu beseitigen. Eines Tages bekommt er den Auftrag sechs solcher Replikanten, die sich illegal auf der Erde befinden, aufzuspüren. Diese Replikanten sind vom neueren Modell und kaum vom Menschen zu unterscheiden. Der Nachteil bei ihnen besteht in ihrer geringen Lebensdauer von nur vier Jahren, die sie umgehen wollen und so nun auf die Erde gekommen sind, um ihren Schöpfer aufzusuchen, der ihre Lebensdauer verlängern soll. Für Deckard beginnt eine Jagd auf Leben und Tod durch die düsteren und immer verregneten Straßen einer Großstadt im 21. Jahrhundert, bei der er auf die Hilfe der geheimnisvollen Rachel zählen kann.

„Ein Jammer, dass sie nicht leben wird… aber egal – wer tut das schon?“

Ridley Scotts futuristische Verfilmung des gleichnamigen Buches von Philip K. Dick im Film-Noir-Stil ist ein visuelles Erlebnis mit gigantischen Ausmaßen, das durch seine überwältigende Atmosphäre zu überzeugen weiß. Doch was sagt der Film aus? Nach den knapp zwei Stunden Laufzeit des Films bleibt diese Frage zunächst offen. Anders als im Buch, das auch nicht eins zu eins übernommen wurde, wo es grob um die „Menschlichkeit des Menschen“ geht oder besser gesagt um das, was den Menschen ausmacht. Die Verfilmung lässt da mehr Spielraum für eigene Interpretationen und das ist vielleicht zugleich die große Schwäche und Stärke des Films. Optisch ist der Film überragend und zeitgemäß überarbeitet worden. Die Schauspieler und die Musik sind mehr als überzeugend. Dass Blade Runner zum Kultfilm avanciert ist, ist für einen wie mich, der nur diesen Final Cut kennt, recht nachvollziehbar. Ridley Scott erschuf seine eigene Welt von einer Zukunft, die unbehaglich, dreckig und runtergekommen ist. Der Film-Noir Einfluss wirkt zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber perfekt in die Stimmung des Films. Ich kann Blade Runner nur empfehlen. Doch sollte man sich vielleicht vorher das Buch anschauen, da sonst die Gefahr besteht, dass der Film zu undurchsichtig wird. Das Bonus-Material ist sehr gelungen mit der dreieinhalbstündigen Dokumentation zur Entstehung des Films. Leider sind die drei Audikommentare nicht deutsch untertitelt.

5. Januar 2013 | Verfasst von in Hollywood, Independent & Co | 0 comments

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