Bittersweet Life

Bittersweet Life - CoverRache – Ein Thema, das in koreanischen Produktionen oft eine Rolle spielt wird auch in diesem bildgewaltigen sowie brutalen Actionfilm mit Einflüssen aus dem Film-Noir thematisiert. Doch schafft es Kim Jee-Woon das scheinbar abgenutzte Thema gekonnt im neuen Glanz mit einer überragenden Inszenierung erstrahlen zu lassen.

Seon-Woo ist die rechte Hand des Gangsterbosses Kang. Er zeichnet sich durch seine äußere Ruhe und seine Durchsetzungskraft aus. Aufgaben erledigt er schnell und gewissenhaft. Als sein Boss für ein paar Tage verreist, erteilt er Seon-Woo den Auftrag, seine junge Geliebte zu beschatten. Er hegt nämlich den Verdacht, dass sie ihn womöglich betrügt. Falls sich sein Verdacht bestätigen sollte, soll Seon-Woo die Angelegenheit „klären“. Nun begibt sich Seon-Woo sich um die Aufgabe zu kümmern und kann schon nach kurzer Zeit das Verhältnis aufdecken, das die Geliebte seines Bosses mit einem anderen Kerl hat. Statt aber seinen Boss anzurufen, um ihm die Unannehmlichkeit zu berichten, verschont er die beiden. Als sein Boss dann wieder da ist, erfährt er schnell von der Affäre seiner Geliebten und stellt Seon-Woo zur Rede. Dieser gibt ihm aber keine Begründung dafür, dass er die beiden laufen gelassen hat und wird dafür mit Folter bestraft. Doch kann Seon-Woo fliehen und rüstet sich dann für die Rache an seinen Peinigern…

DVD 1:
– Hauptfilm (ca. 112 min. [ohne Abspann])
– Trailer
– Kommentar vom Regisseur und Cast & Crew (jeweils über die gesamte Filmlänge)

DVD 2:
– La Dolce Vita (ca. 18 min.-> Die Schauspieler über ihre positiven Erlebnisse ihres Lebens)
– Making of (ca. 25 min.-> Mit Kommentar vom Regisseur und Team)
– Style of A Bittersweet Life (ca. 69 min.-> Erläuterungen u.a. zur Filmmusik, den Waffen und den Spezialeffekten)
– Tell me why (ca. 21 min.-> Das Team stellt sich gegenseitig Fragen)
– Deleted and Alternate Scenes mit Audiokommentar (18 Szenen)

Der Regisseur Kim Jee-Woon (A Tale of Two Sisters) schuf mit A Bittersweet Life einen bildgewaltigen, brutalen Actionfilm mit philosophischem Ansatz und Einflüssen aus dem Film-Noir. Die Schauplätze des Films sind genauso überzeugend wie die Actionszenen, denen es an Gewalt und Blut nicht mangelt. Doch wurde der Einsatz von Blut in Maßen gehalten, so dass es zu keiner Zeit übertrieben wirkt. Die Handlung ist so trivial wie genial zu gleich. Es geht um einen Mann, der eine Veränderung in seinem Leben durchlebt. Als rechte Hand seines Gangsterbosses hat Seon-Woo scheinbar ein sorgenloses Leben. Er führt ein Luxushotel und ist bei seinen Angestellten hoch angesehen. Sein Privatleben ist hingegen trostlos und einsam. Durch seinen Job, wo er skrupellos gegen seine Feinde vorgeht, ist Seon-Woo ein gefühlskalter Mensch. Eines Tages soll er auf Befehl seines Bosses dessen Geliebte beschatten und prompt weckt die junge Frau Gefühle in ihm und löst so die Veränderung in seinem Leben aus. Das Gute ist, dass an dieser Stelle die „Liebesgeschichte“ auch schon vorbei ist. Nach der knappen ersten Hälfte des Films, nachdem Seon-Woo sozusagen unehrenhaft aus der Mafia verbannt wird und getötet werden soll, beginnt mit seiner Flucht der Rachefeldzug gegen seine Peiniger und ehemaligen Kollegen.

Im Stile eines echten Film-Noir (in dem der (Anti-)Held unfreiwillig in eine Situation gezogen wird, aus der er nun versucht wieder heil freizukommen, aber eigentlich wenig Hoffnung hat) will Seon-Woo die Geliebte seines Bosses und deren Liebhaber laufen lassen, um so für alle eine erträgliche Lösung zu erzeugen. Doch so leicht wird es ihm nicht gemacht. Er verliebt sich in die junge Frau und muss sich zudem vor seinem Boss rechtfertigen. So bleibt ihm am Ende nichts anderes übrig als bis zum bitteren Ende zu gehen.

Regisseur Kim Jee-Woon hatte bei mir bei A Bittersweet Life (wie auch bei seinem Film A Tale of Two Sisters) viel Verwirrung gestiftet. Nach dem Anschauen des Films entstanden einige Fragen und vor allem das Ende war mir ziemlich unklar. Also habe ich mir direkt den Audiokommentar zum Film angehört. Danach hat sich doch einiges aufgeklärt (wie z.B. der vermeitliche Kopfschuss). Ich empfehle auch allen anderen den Regiekommentar anzuhören, weil speziell bei Kim Jee-Woon viel mehr hinter dem Film steckt als man vielleicht nach dem ersten Anschauen glaubt zu wissen.

Die Schauspieler wirken sehr überzeugend und ihren Rollen entsprechend, wobei der Charakter des Hauptdarstellers Seon-Woo für mich persönlich zu große Sprünge vom knallharten Gangster bis zum bemitleidenswerten „Weichei“ macht. Die Musik ist wirklich sehr gelungen und erinnert teilweise an Oldboy. Zwischen den melancholischen Szenen und den actionhaltigen, finden sich auch lustige Szenen, wie z.B. die Stelle mit dem koreanischen und russischen Schmuggler. Einfach extrem lustig und völlig unerwartet.

Diesen genialen Film vollendet die schöne Metalbox mit der Bonus-DVD. Wobei es recht mühsam ist die DVDs rauszunehmen, weil sie ziemlich fest sitzen. Der Zuschauer kann sich aber über das reichliche Bonus-Material freuen, welches einen detaillierten Einblick in die Entstehung des Films liefert. Für alle, die Filme aus Asien mögen (speziell aus Südkorea); für alle, die Film-Noir interessiert sind; für alle, die auf Action stehen, werden an diesem Film in der Director´s Cut-Version ihre Freude haben. Absolut empfehlenswert!

5. Januar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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