Babel

Babel - CoverInárrito präsentiert hier seinen dritten Episodenfilm, der drei Kontinente, vier Schicksale und fünf Sprachen vereint und im edlen Doppel Deluxe Steelbook ins heimische Wohnzimmer geliefert wird.

In Marokko sollen zwei Jungs auf ihre Ziegenherde aufpassen und sie vor Schakalen schützen. Zu diesem Zweck überreicht ihnen ihr Vater ein Gewehr, das er neu erstanden hat. In ihrem jugendlichen Übermut testen die beiden die Schussweite der Waffe, indem sie u.a. auf fahrende Fahrzeuge schießen… In Japan muss ein taubstummes Mädchen mit den täglichen Schwierigkeiten ihres Alltags zurechtkommen. Sei es die Probleme, die aufgrund ihrer Behinderung entstehen oder auch ihr zerrüttetes Verhältnis zu ihrem Vater, den die Polizei wieder einmal sprechen will… In Amerika muss ein mexikanisches Kindermädchen ihre zwei amerikanischen Kinder, auf die sie aufpasst, mit nach Mexiko zu der Hochzeit ihres Sohnes mitnehmen, weil sich die Eltern noch im Ausland befinden und sie die Kinder nicht anderweitig unterbringen kann. Doch auf dem Rückweg aus Mexiko gibt es Schwierigkeiten an der Grenze… In Marokko verbringt ein amerikanisches Ehepaar ihren Urlaub, um die vergangenen Schicksalsschläge zu verarbeiten. Als die Frau angeschossen wird, beginnt der Alptraum für das Ehepaar und ein Kampf gegen die Zeit…

DVD1:
– Hauptfilm (ca. 131 min. ohne Abspann)
– Trailer

DVD2:
– Making of (ca. 87 min.)
– Interview mit dem Regisseur (ca. 8 min.)
– B-Roll (ca. 17 min.)
– Featurettes (ca. 12 min.)
– Trailer

Alejandro González Inárrito hat mit Babel seine Episodenfilm-Trilogie, nach Amores perros und 21 Gramm, vervollständigt. Im Vergleich zu seinen ersten beiden Werken wirkt Babel auf den ersten Blick etwas schwächer und weniger intensiv. Dieser Film ist poetischer und ruhiger als die anderen beiden und lebt von der sehr gelungen Musik, die öfter das Einzige ist, was dem Zuschauer zu den Bildern geboten wird und ein wesentlicher Bestandteil von Babel ist, sozusagen als weitere Sprache, die es auf der Welt gibt und die jeder versteht. Babel zeigt Menschen aus verschiedensten Teilen der Erde, die mit ihren Schicksalen zurechtkommen müssen. Sei es in Japan, Marokko oder Mexiko. Wie unterschiedlich die Menschen auch sein mögen und welche Sprache sie auch sprechen, so besteht doch zwischen den zwei marokkanischen Jungen, dem amerikanischen Ehepaar, dem mexikanischen Kindermädchen und der japanischen Jugendlichen doch eine Verbindung. Zwar wirkt diese Verknüpfung der verschiedenen Personen hier in Babel etwas weit hergeholt, dennoch vermittelt es die Botschaft, dass wir alle auf der Erde doch die gleiche Luft atmen.

Betrachtet man die vier Geschichten der einzelnen Personen dann näher, so ist die Familie der nächste wichtige Punkt des Films. Besonders die Geschichte mit den zwei marokkanischen Brüdern geht einem sehr nahe und wirkt nicht zuletzt durch die Tatsache, dass mit Laiendarstellern aus dem Dorf gedreht wurde, sehr authentisch. Aber auch die Handlung von dem japanischen taubstummen Mädchen ist sehr interessant und stellt die Körpersprache als eine weitere Sprache dar. Da Babel in verschiedenen Ländern spielt, gibt es dementsprechend auch sehr viele Untertitel zu lesen (es sei denn, man kann japanisch, arabisch oder spanisch). Man kann zwar über den Film geteilter Meinung sein, doch muss man die Leistung des ganzen Filmteams würdigen, welches sicherlich tolle Arbeit geleistet hat, wenn man bedenkt, welche Herausforderungen dieses Filmprojekt geboten haben muss. Näheres findet man beim gelungenen Bonus-Material, das wirklich aufschlussreich ist und ein vorbildliches Making of zeigt.

Ich kann Babel nur jedem empfehlen und diese Special Edition wird einem sicherlich den Kauf zusätzlich erleichtern. Nur sollte man sich den Film nicht anschauen, wenn man einen heiteren DVD-Abend plant. Wer Episodenfilme mag und Amores perros, 21 Gramm und L.A. Crash, sowie Magnolia gut fand, kann hier beruhigt zuschlagen. Wobei ich Babel etwas schwächer einschätzen würde im Vergleich zu diesen Filmen.

5. Januar 2013 | Verfasst von in Hollywood, Independent & Co | 0 comments

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