A Tale Of Two Sisters

A Tale Of Two Sisters - Cover 1Kim Jee-Woons subtiles Horror-Drama zeigt zum einen die Vielseitigkeit des koreanischen Drehbuchautors und Regisseurs und zum anderen bietet es Traurigkeit, Schönheit und Schrecken verpackt in einer schönen 2 DVD Special Edition.

Die beiden Schwestern Su-mi und Su-yeon kommen nach einiger Zeit wieder in ihr Haus am See. Beide waren nach dem Tod ihrer Mutter in einer Heilanstalt und ziehen nun wieder zu ihrem Vater. Dieser lebt mittlerweile mit seiner neuen Frau zusammen. Die ältere Schwester zeigt von Anfang an offen ihre Abneigung gegenüber ihrer neuen Mutter, während die jüngere sich ängstlich zurückzieht. So herrscht zu Beginn eine ziemlich unterkühlte Atmosphäre. In der ersten Nacht scheinen ungewöhnliche Dinge in dem Haus zu geschehen. Schritte sind zu hören und Türen werden geöffnet. Die ältere Schwester Su-mi beschuldigt die Stiefmutter, dass sie Su-yeon misshandelt und so führen beide einen offenen Streit miteinander. Der Vater hält sich aus der Sache raus und scheint auch völlig machtlos zu sein, denn die Gespräche mit seiner Tochter laufen immer ins Leere. Währenddessen nehmen die unheimlichen Dinge ihren Lauf bis anscheinend alle Beteiligten anfangen den Verstand zu verlieren…

DVD 1:
– Hauptfilm (ca. 108 min. ohne Abspann)
– Audiokommentar
– Trailer

DVD 2:
– Making of (ca. 54 min.)
– Interviews mit den Darstellern (ca. 46 min.)
– Aus der Sicht eines Psychiaters (ca. 5 min.)
– Deleted Scenes (ca. 28 min.)
– Extra: Szenenvergleich (3:30)
– Kim Jee-Woon zum Thema Horror (ca. 16 min.)
– Bildergalerie
– Eine Analyse von Regisseur Kim Jee-Woon (ca. 10 min.)
– Hidden Features (Brief von Su-mi und Su-yeon ca. 13 min.)

Nach The Quiet Family und The Foul King und vor A Bittersweet Life schuf Regisseur und Autor Kim Jee-Woon sein Horror-Drama A Tale of Two Sisters. Und spätestens da sollte sein Name den Leuten bekannt sein. Denn wie bei seinen anderen Filmen, kann man A Tale of Two Sisters nicht einfach in eine Schupplade stecken. Seine Werke zeugen von ungemeiner Vielschichtigkeit. A Tale of Two Sisters beginnt ruhig und fast schon heiter als die Mädchen zu ihrem abgelegenen Haus gebracht werden und dort draußen in der Natur noch ein wenig Zeit verbringen. Doch als sie das Haus betreten ist es mit der ausgelassenen Stimmung vorbei. Nicht nur dass die Kulissen und das ganze Set beängstigend wirken, kommt auch noch die „böse“ Stiefmutter ins Spiel. Anfangs noch betont freundlich zeigt sie im Laufe der Geschehnisse ihr wahres Gesicht. Der Alptraum beginnt schon mit der ersten Nacht, als merkwürdige Dinge geschehen und setzt sich im Laufe des Films fort. Ich habe zwar schon einige Horrorfilme gesehen, aber keiner von denen hat mich so ab der ersten bis zur letzten Szenen gefesselt. Diese bedrückende Atmosphäre zerrt wirklich an den Nerven und man weiß einfach nicht was als nächstens geschehen wird. Dieser unterschwellige Horror ist einfach nur genial. Zudem werden noch einige genretypischen Schockmomente eingesetzt, wie z.B. eine Frau mit langen schwarzen Haaren, die sich bisschen ungelenk bewegt. Diese Bilder werden dann mit richtig fiesen Toneffekten versehen, dass man A Tale of Two Sisters zu Recht als Horrorfilm bezeichnen darf. An einigen Stellen gibt es aber auch richtig schöne melancholische Musik.

A Tale of Two Sisters bietet zudem noch eine ziemlich komplexe Handlung, in der es um ein trauriges Schicksal einer Familie geht, die damit fertig werden muss und es nicht schafft… Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich empfehle aber sich den Audiokommentar und das ganze Bonus-Material anzuschauen, um den Film einigermaßen verstehen zu können. Die schauspielerische Leistung der Beteiligten ist einfach grandios und herzzerreißend. Man sieht, dass die Schauspieler wirklich gefesselt waren von ihren Rollen. All das wird in tollen Bildern wiedergegeben. Die, je nach Situation, düster und traurig sind oder farbenfroh und fröhlich. Die DVDs befinden sich zusätzlich in einem Pappschuber. Die Bonus-DVD ist wirklich gelungen und bietet viele interessante Informationen. Was mir aber bisschen fehlt, ist der „Aha“-Moment, wo ich die Handlung endlich ganz nachvollziehen kann. Doch liegt es wohl mehr an meiner Beschränktheit als am Film, dass es so nicht kam.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man hier Horror vom hohen Niveau zu sehen bekommt. Selbst Tage danach ließ mich der Film nicht los und ich musste ständig daran denken, weil man die komplexe Geschichte, glaube ich, sowieso nicht beim ersten Anschauen richtig verstehen kann. Also auf jeden Fall ein Pflichtkauf!A Tale of Two Sisters - Cover 2

5. Januar 2013 | Verfasst von in Asiatische Filmkunst | 0 comments

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